Permakultur: Was ist das eigentlich und wieso ist diese Form der Landwirtschaft so nachhaltig?
Immer häufiger wird von der Permakultur gesprochen. Dabei ist oft gar nicht klar, was damit eigentlich gemeint ist. Das Konzept beschreibt eine besonders nachhaltige Landwirtschaft, in der Erde und Mensch besonders eng kooperieren. Eine große Vielfalt verschiedener Pflanzen und Tiere sorgt dafür, dass keinerlei künstliche Hilfe benötigt wird. So können gesunde Lebensmittel produziert werden und die Umwelt wird geschont.
Die Permakultur ist tatsächlich gar keine neue Erfindung: In den 1970er Jahren definierten Bill Mollison und David Holmgren in Australien zuerst das Konzept. Die Basis dafür ist jedoch viel früher zu finden, etwa in den Waldgärten Indiens und der traditionellen Landwirtschaft Ostasiens. Zur gleichen Zeit wie Mollison und Holmgren beschrieb der Japaner Masanobu Fukuoka ein ganz ähnliches Konzept, allerdings mit einer stärkeren buddhistischen Ausprägung. Auch seine Ideen gelten heute als Basis für das moderne Konzept der Permakultur.
Die Säulen der Permakultur für mehr Nachhaltigkeit
Die Permakultur ruht dabei auf drei ethischen Säulen: „Earth Care“, „People Care“ und „Fair Share“. Ein achtsamer Umgang mit der Erde trägt so zum Wohl des Menschen bei. Überschüsse sollten geteilt werden, um zum Wohl aller beizutragen. Diese drei Aspekte bedingen viele andere Teilbereiche, etwa Kreislaufwirtschaft, naturnahes Wirtschaften, Vielfalt, lokale Ressourcennutzung und die Integration von Mensch, Pflanze und Tier in funktionale Systeme.
Dies führt dazu, dass eine Permakultur ein sehr vielfältiger Ort ist. Verschiedenste Pflanzen werden nebeneinander angebaut und Tiere unterschiedlicher Größe gehalten. In vielerlei Hinsicht ist die Permakultur damit das genaue Gegenteil der Monokultur. Wo diese auf kurzfristigen Profit ohne Rücksicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, kann die Permakultur aufgrund der natürlichen Balance ihrer Bestandteile dauerhaft betrieben werden, ohne der Umwelt zu schaden. Im Gegenteil: Die Vielfalt der Permakultur fördert die Biodiversität!
Ein Ökosystem anstatt einer Monokultur
Die verschiedenen Pflanzen und Tiere führen zu einer Verbesserung des Bodenlebens. Schädlinge werden durch das Ökosystem oft von alleine bekämpft, Chemikalien werden in der Permakultur nicht benutzt. Durch den nützlichen Einsatz von Tieren kann zudem der Pflegeaufwand reduziert werden, indem diese etwa das Gras kurz halten und Dünger produzieren. Der Aufbau fruchtbarer Erde wird durch Kompostierung oder Mulchen gefördert, dies verträgt sich gut mit der Natur. Regenwasser wird gespeichert und bei Bedarf genutzt. Neben reinen Nutzflächen gehören zur Permakultur auch Flächen wie Teiche oder Mulden. Diese können das Wasser auffangen, die Pflanzen in ihrer Nähe versorgen und verhindern gleichzeitig die Bodenerosion.
Häufig werden bei der Permakultur Nutz- und Wildpflanzen nebeneinander angepflanzt. Dies sorgt nicht nur für eine höhere Biodiversität, sondern schafft auch Lebensräume für Tiere. So können etwa Blühwiesen angepflanzt werden, die optimal für Bienen geeignet sind. Bestimmte Grassorten können als Futter für Schafe oder Enten genutzt werden. So entsteht ein ausgeklügeltes System mit vielen verschiedenen Faktoren.
Das Anlegen einer Permakultur kann eine komplexe Angelegenheit sein. Häufig wird das Konzept daher in Zonen aufgeteilt. Im Zentrum steht das Wohnhaus. Darum herum liegen Nutzflächen für Kräuter, Feingemüse und Kompost, also Orte, die häufig genutzt werden müssen. Dahinter kommt Gemüse mit wenig Pflegebedarf, wie etwa Salate oder Wurzelgemüse. Anschließend folgen Felder und größere Anbauflächen. Daran schließen sich Flächen mit wenig Pflegebedürfnis an, etwa Weiden für Tiere oder Obstbäume. Als Rand findet sich unberührte Natur.
Vorteile und Herausforderungen auf dem Weg in die grünere Zukunft
Die Vorteile der Permakultur liegen auf der Hand: Sie ist besonders nachhaltig und schont effektiv Ressourcen. Abfall wird vermieden und die Fruchtbarkeit des Bodens sowie die Artenvielfalt gefördert. Durch das stabilere Ökosystem entstehen langfristig verlässlichere Ernten, die weniger von Umweltschwankungen beeinflusst sind. Aufgrund der schonenden Bewirtschaftung wird außerdem ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet.
Es gibt aber auch einige Herausforderungen. So ist insbesondere der Beginn sehr fordernd. Es wird viel Zeit für die Planung benötigt und auch Wissen in den Bereichen Ökologie, Pflanzenkunde und Flächengestaltung ist sehr hilfreich. Zu Beginn wird viel Arbeit notwendig sein, um die Flächen entsprechend vorzubereiten und das Ergebnis zeigt sich oft erst nach einigen Jahren. Ist dieser Punkt jedoch erreicht, steht der Versorgung mit nachhaltigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen nichts im Wege.
Die Permakultur ist also viel mehr als nur eine besondere Art des Gärtnerns: Als nachhaltiges Gestaltungskonzept kann es flexibel an die Begebenheiten vor Ort angepasst und in bestehende Kreisläufe integriert werden. Genauso wie die Natur entwickeln sich Permakultur-Projekte immer weiter und bieten mit ihrer umweltfreundlichen Art eine gute Alternative zu Monokulturen.